Catchall-E-Mail in G Suite

Catchall-Adressen nehmen all diejenigen Nachrichten an, die an nicht existente Adressen innerhalb einer Domain Adressiert sind. So gehen diese normalerweise unzustellbaren Nachrichten nicht verloren, sondern werden in eine festgelegte Mailbox weitergeleitet.

Ein häufiges Szenario ist die Vergabe einer individuellen E-Mail-Adresse für jeden Online-Shop. So muss man seine tatsächliche E-Mail-Adresse nicht preisgeben und kann die jeweilige Alias-Adresse einfach sperren, wenn der Händler mal wieder seine Adresslisten an die Spam-Mafia verkauft hat.

Einrichtung

Die Einrichtung ist einfach – auch wenn Google die nötigen Funktionen etwas versteckt hat.

  1. Loggen Sie sich im Google Admin ein.
  2. Gehen Sie zu den Gmail-Einstellungen.
  3. Wählen Sie im Abschnitt “Standardrouting” die Option “Einstellung hinzufügen“.
  4. Wählen Sie als Envelope-Empfänger “Alle Empfänger” aus.
  5. Wählen Sie als Aktion “Nachricht ändern” und tragen Sie unter “Envelope-Empfänder ersetzen” die gewünschte Ziel-Adresse ein.
  6. Wählen Sie die Option “Diese Aktion nur bei nicht erkannten Adressen ausführen“. So werden nur die Nachrichten umgeleitet, die an nicht existierende Postfächer adressiert sind.
  7. Wahlweise kann man Nachrichten, die per Catchall-Alias empfangen wurden, mit einer Ergänzung in der Betreffzeile markieren. So wird es möglich, sie in Gmail über Regeln besonders zu behandeln und z.B. mit einem eigenen Label zu versehen.
  8. Klicken Sie “Speichern“.
Screenshot Routing-Einstellungen

Ab sofort erhalten Sie alle an Ihre Domain(s) adressierten Adressen in Ihr Postfach.

Sofern Sie in G Suite mehrere Domains unterhalten und den Catchall-Alias nicht für alle Domains aktivieren wollen, können Sie dies mit einer kleinen Änderung im Schritt 4 durchführen. Wählen Sie statt “Alle Adressen” die Option “Schemaabgleich” und tragen Sie den Catchall-Alias für Ihre Domain als regulären Ausdruck ein. Am Beispiel der Domain example.net lautet der entsprechende reguläre Ausdruck: @example\.net(\W|$)

Natürlich sind auch reguläre Ausdrücke für mehrere Domains denkbar. Wahlweise kann für jede Domain eine eigene Regel angelegt werden; alternativ kann auch ein erweiterter regulärer Ausdruck genutzt werden. Hier ein Beispiel für die drei Domains example.net, example.org und example.com: @example\.(net|org|com)(\W|$)

Einzelne Adressen blockieren

Wenn Sie nun über eine bestimmte Adresse Spam erhalten, können Sie Adresse selbstverständlich aus dem Catchall-Routing ausschließen:

  1. Loggen Sie sich im Google Admin ein.
  2. Gehen Sie zu den Gmail-Einstellungen.
  3. Wählen Sie im Abschnitt “Standardrouting” die Option “Einstellung hinzufügen“.
  4. Wählen Sie als Envelope-Empfänger “Einzelner Empfänger” aus und tragen Sie die betroffene Emfängeradresse ein.
  5. Wählen Sie “Nachricht ablehnen” und tragen Sie optional einen Begründung ein, die dem Absender angezeigt werden soll. Wenn Sie das Begründungsfeld frei lassen, sieht der Absender die Nachricht “This mailbox does not exist“.

Google platziert ablehnende Regeln automatisch vor allen Regeln, die Nachrichten annehmen. Sie müssen die Regel also nur speichern und sich nicht um die Priorisierung der einzelnen Regeln kümmern.

Selbstverständlich können auch hier über reguläre Ausdrücke mehrere Envelope-Empfänger zusammengefasst werden.

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