Heizungs-Hauptschalter mit Fritz!DECT 440

Die Heizungssteuerung von AVM lies bisher ein wichtiges Detail vermissen: Eine zentrale Heizungssteuerung per Knopfdruck, ohne Browser und ohne App. Vor einigen Monaten ist allerdings Fritz!DECT 440 erschienen. Der ermöglicht für kleines Geld die Einrichtung eines Hauptschalters für die Heizung.

Voraussetzung ist eine Fritz!Box mit Fritz!OS 7.20, denn ältere Versionen unterstützen den neuen Schalter nicht. Während das für die meisten Nutzer kein Problem darstellen sollte, müssen evtl. einige Kabelkunden noch etwas Geldud haben, bis ihr verschlafener Provider die Firmware auf den Stand von 2019 aktualisiert hat. Insbesondere die Kunden von Unitimedia Business haben bereits reichlich Erfahrung darin, veraltete Firmware voller Sicherheitslücken auf ihren System zu erdulden.

Voraussetzungen

  • Eine Fritz!Box mit DECT und Firmware ab 7.20
  • Fritz!DECT 440 4-fach Taster mit Display
  • Fritz!DECT 301 an den Heizkörpern
    Die Vorgängerversion Fritz!DECT 300 wird zwar nicht mehr verkauft, funktioniert aber natürlich auch. Von der Nutzung des günstigeren Comet DECT rate ich ausdrücklich ab, denn der wird zwar noch verkauft, hat aber seit über 10 Jahren kein Firmware-Update mehr erhalten.

Heizkörper

Zuerst werden – soweit noch nicht geschehen – alle Heizkörper mit einem Fritz!DECT 301 ausgestattet.

Dazu einfach beim Auspacken den Plastikstreifen zwischen Batterie und Gerät entfernen, DECT-Taste der Fritz!Box 10 Sekunden halten und warten bis das Gerät sich bei der Fritz!Box angemeldet hat. Die Montage funktioniert per Hand und ohne Werkzeug. Man schraubt das alte Thermostat ab und das neue auf. Evtl. müss noch einer der mitgelieferten Plastikadapter aufgesetzt werden.

Damit man später nicht durcheinander kommt, empfehlt sich die Benennung der Heizkörper in der Weboberfläche Fritz!Box. Am besten direkt während der Montage.

Gruppen und Profile

An dieser Stelle wird noch keine Konfiguration der Heizkörper vorgenommen. Stattdessen erstellt man eine Gruppe „Heizung“ und fügt die Thermostate ein. Außerdem werden zwei Vorlagen mit den Namen „Heizung AN“ und „Heizung AUS“ erstellt.

In der Gruppe konfiguriert man die Urlaubstemparatur und den Zeitraum, in dem die Heizung komplett ausgeschaltet werden soll. Das Zeitprofil bleibt unangetastet:

In den Vorlagen wird die Option „Automatische Einstellungen auswählen“ gesetzt und der Bereich „Zeitschaltung“ aktiviert. Die Bereiche „Urlaubsschaltung“ und „Heizung aus“ bleiben deaktiviert. Anschließend wird in beiden Vorlagen das Temperaturprofil festgelegt.

In der Vorlage „Heizung an“ stellt man die persönlichen Vorlieben in Sachen Temperatur ein:

In der Vorlage „Heizung AUS“ habe ich die Absenktemperatur auf einen Frostschutz-Wert eingestellt und die Normaltemperatur aus MAX. Generell gibt das Zeitprofil für die gesamte Woche die Absenktemperatur vor. Am Sonntag Abend wird jedoch für 15 Minuten auf Normaltemperatur umgestellt. Die Einstellung MAX bewirkt hier, dass einmal die Woche alle Ventile voll aufgedreht werden und somit leichtgängig bleiben.

Taster

Nachdem die Heizkörper, Gruppen und Vorlagen nun fertig konfiguriert sind, binden wir den Fritz!DECT 440 an. Die Installation funktioniert genauso einfach, wie die Einstallation der Thermostate: Schutzfolie unter der Batterie entfernen, DECT-Taste der Fritz!Box für 10 Sekunden halten und bei bedarf den Taster in der Fritzbox umbenennen.

Ich habe bei meinem Taster nur die Ansicht 1 konfiguriert:

Auf die oberen beiden Tasten habe ich die Temperaturwahl für die Hezungsgruppe gelegt. Die beiden unteren Tasten sind mit den Vorlagen „Heizung AN“ und „Heizung AUS“ verknüpft:

So kann ich jederzeit manuell die Temperatur ändern, ohne dafür umständlich die Frtz!App auf meinem Handy öffnen zu müssen. Außerdem kann ich beim Verlassen der Wohnung mit einem Knopfdruck die Heizung ausschalten und sie beim Heimkommen genauso einfach wieder einschalten.

In der Praxis sieht das ganze dann so aus:

Optimierung

Aktuell ist es leider nicht möglich, mehreren Gruppen gleichzeitig das Profil „Heizung AUS“ zuzuweisen. Damit diese Lösung funktioniert, müssen also alle Heizkörper in der Wohnung in der gleichen Gruppe sein. Es können also nicht mehr zonenweise verschiedene Temperaturprofile festgelegt werden. Ob sich durch verschiedene Temperaturprofile für Bad und Wohnzimmer tatsächlich Hezkosten sparen lassen, ist aber auch höchst fragwürdig und vom Einzelfall abhängig.

Wer die neuen Fritz!DECT 301 Heizkörperthermostate nutzt, der kann eine Offset-Temperatur automatisch festlegen lassen. Der große Mangel bei Therostaten war schon immer, dass sie direkt am Heizkörper messen und somit bestenfalls einen Schätzwert ermitteln können – genau wie jede Armbanduhr mit eingebautem Thermometer. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger und dem billigen Comet DECT ermöglicht das Fritz!DECT 301 die Anbindung an ein externes Termometer. Wer im gleichen Raum eine Fritz!DECT 200 Steckdose oder einen Fritz!DECT 100 Repeter hat, kann deren integriertes Thermometer nutzen. Natürlich kommt auch der Taster Fritz!DECT 440 mit einem eingebautem Thermometer, das man nutzen kann. Ein Thermostat sollte allerdings nur mit einem Termometer verknüpft werden, das sich im gleichen Raum befindet. Die Einstellung wird für jedes Thermostat einzeln vorgenommen.

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